Dieter Schnebel: MO-NO


Dieter Schnebel: MO-NO

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Dieter Schnebel zu „MO-NO“:

Dieses Lese- und Bilderbuch bietet weder Literatur noch aufs Blatt gebannte Kunst fürs Auge. Vielmehr ist MO-NO Musik – eine Musik zum Lesen; genauer: Musik für einen Leser. Die Lektüre des Buchs will im Kopf des Lesers Musik entstehen lassen, sodass er, im Lesen allein seiend – mono –, zum Ausführenden von Musik wird, für sich selbst Musik macht.

Das Buch enthält teils Texte, die zum Hören und Verknüpfen gerade passierender Klänge ver­­­leiten wollen. „Achten Sie auf das, was von draußen hereintönt – Wind, Wasser, rauschende Bäume – rollender Verkehr, Signale – Stimmen, Vogelgezwitscher, Hundegebell – oder das? – Allmähliche Veränderung des einen zum anderen – zugleich Verschiedenes – Übergänge sprung­haft, sacht – so klang es doch schon vor einiger Zeit, ja vor ...“

Teils beschreiben die Texte Klänge, die nur vorzustellen sind, also vom Leser imaginativ erzeugt werden: „Eine Stille – wo nichts mehr von draußen hereintönt – vielleicht Ruhe riesiger Weite – über den Wolken ... Ozean ...“ „Ein stechender und eindringender Ton, der Schlieren nach sich zieht – mit dem Hauch eines Englisch Horns (traurige Weise). Ist es jener vom Turbinenbohrer eines Zahnarztes, welcher in Sie fährt ... Lassen wir ihn übergehen in das Mikroglissando einer des nachts den Kopf umschwirrenden Schnake ...“

Weiter enthält das Buch Noten – freilich kaum solche, wie man sie gewohnt ist (die man spielen könnte), vielmehr welche, die sich nur durch Betrachtung erschließen und so zur Einbildung unwirklicher Klänge anleiten. Manche Noten wecken durch perspektivische Darstellung die Illusion von Klängen im Raum, andere sind deformiert und verzerrt; wieder andere zeigen ein gewisses Innenleben, wie wenn in Tönen nochmals welche wüchsen – kleine Töne, sozusagen Mini-Klänge. Auf einem Streifen läuft eine Komposition („Umrisse I“) ab, die nur aus komponierten Pausen besteht, wodurch komponierte Stille dargeboten wird.

So möchte das Buch den lesenden Hörer (den hörenden Leser) zur Musik der Klänge führen, die uns umgibt, aber ihn auch auf die Spur jener imaginären Musik setzen, welche sich ständig in uns bildet, nämlich aus realen wie irrealen Klängen hervorwächst.

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